| | Aufzucht, Haltung und Beobachtung unserer
Hunde
Die Zuchtstätte „von der kleinen Oase“
besteht seit 1987. Als meine Frau und ich sie gründeten lag unsere Zuchtstätte
in Hannover zwischen Zooeingang und Zooparkplatz, ähnlich wie eine kleine Oase.
Obwohl wir nach und nach fast den gesamten Garten unseren Hunden zur Verfügung
stellten, betrug die gesamte Fläche ca. 500 qm. Einige Hunde lebten mit uns im
Haus, andere im Rudel im Freien. Unsere Hunde waren täglich, insbesondere in den
Sommermonaten, zahlreichen Umweltreizen ausgesetzt. Bereits in den frühen
Morgenstunden wurden wir und unsere Hunde durch Reinigungsmaschinen geweckt.
Tagsüber war lautes Kindergeschrei und Autolärm zu hören.
Unser
Hundebestand betrug zwischen 10 bis 12 Hunde, die in verschiedenen Rudeln
aufgeteilt waren. Während der Läufigkeit wie auch kurz vor der Geburt wurden die
Hündinnen bei uns im Haus untergebracht. Um den erblichen Einfluss auf das
Verhalten besser beurteilen zu können, wurde das Verhalten unserer Hunde so
wenig wie möglich durch Erziehung beeinflusst. In den späteren Abendstunden
bekamen unsere Hunde im täglichen Wechsel im nahegelegenen Stadtwald ihren
Auslauf. Sieben Hunde wurden an verschiedenen Leinen, die wiederum an einem
Gurt, den ich mir zuvor umschnallte, befestigt waren, gleichzeitig ausgeführt.
Die ersten 500 m an der Leine, dabei musste auch eine verkehrsreiche Straße
überquert werden, danach wurden sie freigelassen. Nach dem Freilassen versuchte
ich allen möglichen Gefahren auszuweichen. Sah ich bereits aus großer Entfernung
einen Radfahrer oder Jogger entgegenkommen, ging ich ca. 10 m in den Wald und
versuchte die Hunde, je nach Situation, durch bestimmte Pfeiflaute zu mir zu
locken, so dass die meisten Jogger oder Radfahrer die Anwesenheit eines
Hunderudels nicht wahrnahmen. Sofern dies möglich war, bog ich in einen anderen
Weg ab.
Sah ich, dass mir andere Hunde entgegenkamen, versuchte ich
zuvor deren Verhalten einzuschätzen, was mir nach jahrelangen Beobachtungen auch
meistens gelang. Sofern es erforderlich war, nahm ich einige meiner Hunde an die
Leine, insbesondere wenn mir Schäferhundmischlinge entgegenkamen, da diese fast
alle panikartig die Flucht ergriffen, wenn sie von mehreren Hunden gleichzeitig
stürmisch begrüßt wurden. Deshalb wurden zuvor alle Hunde, die die erwähnte
Veranlagung hatten, vorübergehend angeleint. Während der Vogelbrutzeit
wurden die Hunde bis zu der ca. 2 km weit entfernt liegenden Hundewiese an der
Leine geführt. Hier wurden freilaufende Hunde geduldet. Auf der Hundewiese gab
es regelmäßig Begegnungen mit Hunden anderer Rassen.
Um mehr Platz für
unsere Hunde aber auch um bessere Voraussetzungen für unsere vor ca. 20 Jahren
begonnenen Verhaltensbeobachtungen zu haben, sind wir Anfang 2003 von Hannover
nach Dedelstorf gezogen. Dort haben wir eine ehemalige, am Ortsrand liegende
Hundepension mit einem Grundstück von ca. 17000 qm gekauft.
In unserem
neuen Zuhause sind einige Hunde im Haus und andere in großräumigen Gehegen
untergebracht, wobei das größte Gehege ca. 1500 qm misst. Dies wird im Wechsel
von unseren drei Hunderudeln genutzt. Damit unsere Junghunde in einer
erlebnisreichen Umwelt aufwachsen, haben wir dieses Gehege nicht nur mit
zahlreichen Spiel- und Klettermöglichkeiten ausgestattet, sondern auch mit zwei
Teichen, die durch einen Graben verbunden sind. Hinter dem ersten Teich befindet
sich ein Hügel mit einem Wasserfall. Damit die Hunde bereits im frühen Alter
lernen auch durch Röhren zu laufen, wurde in dem Hügel mehrere Röhren eingebaut.
Die Teiche wurden insbesondere deshalb gebaut, um dem Hund eine Bademöglichkeit
zu bieten, aber auch um gleichzeitig zu beobachten, bei welchen Elos eine
Veranlagung zum Baden, Schwimmen oder gar Tauchen vorhanden ist.
Um den Hunden auch einige
sonnige Flächen zu bieten, gleichzeitig aber auch um zu beobachten, wie
geschickt Elos im Klettern und Balancieren auf schaukelnden Ästen und Brettern
sind, haben wir in diesem Gehege mehrere Bäume gefällt, deren Äste in einer Höhe
von ca. 1,50 m abgesägt wurden. Danach wurden über den Ästen mehrere wagerechte
Bretter befestigt. Durch schräggestellte Bretter wurden mehrere Auf- und Abgänge
geschaffen. Elos, die eine Neigung zum geschickten Klettern zeigen, wären auch
für die Ausbildung wie bsw. als Rettungshunde besonders geeignet. Gleichzeitig
bieten diese Baumstämme auch Versteck- und Rückzugmöglichkeiten.
Durch
die Verhaltensbeobachtung der Elos in dem abwechslungsreich gestalteten Gehege,
können auch ihre Eignungen und Fähigkeiten zwecks Auswahl für die Weiterzucht
oder zur Ausbildung wie bsw. als Behindertenbegleit- oder als Rettungshund
erkannt werden.
Da wir uns neben der Hundezucht auch mit der
Verhaltensforschung, insbesondere mit dem erblichen Einfluss auf das Verhalten,
beschäftigen, hat der Umzug von Hannover nach Dedelstorf zahlreiche neue
Möglichkeiten eröffnet. Inzwischen haben sich auf der Elo-Ranch die
Haltungsbedingungen im Gegensatz zu der Enge der Großstadt für unsere Hunde
verbessert und auch grundlegend verändert Unsere Junghunde wachsen hier unter
ganz anderen Lebensbedingungen auf. Die Umweltreize haben sich wesentlich
verändert. Hier wachsen unsere Welpen und Junghunde in einer ruhigen, dennoch
reizvollen Umwelt auf. Um unserer teilweise bewaldetes Grundstück, ist von
Ackerflächen umgeben. So können die Hunde des öfteren landwirtschaftliche
Maschinen hören und auch beobachten. In ca. 1 km Entfernung befinden sich
Bahngleise, wo gelegentlich Güterzüge entlangfahren. Täglich können unsere Hunde
ankommende und abfahrende Autos hören und beobachten.
Im ständigen
Wechsel hat ein Teil unserer Hunde Zugang zu uns ins Haus, wie auch auf dem
Grundstück ihren Freilauf, wobei bisher noch kein Elo unser Grundstück, wo
tagsüber das Tor offen steht, verlassen hat. So haben wir, im Gegensatz zu
Hannover, hier auch die Möglichkeit die Hunde auf Ortstreue zu überprüfen. Beim
Ausführen unserer Hunde begegnen wir, im Gegensatz zu Hannover, fast nie
Menschen oder Artgenossen.
Jährlich ziehen wir mehrere Junghunde für die
Weiterzucht auf, von denen nur die am Besten geeigneten Hunde für die Zucht
eingesetzt werden. Im Alter von 3 Monaten werden zahlreiche Tests durchgeführt.
Das Verhalten des Welpen bzw. Junghundes wird dabei nach der Trennung vom
Hunderudel in ganz unterschiedlichen Situationen beobachtet und getestet, wie
bsw.: die Gewöhnung an die Leinenführigkeit, die erste Autofahrt, der erste
Spaziergang in fremder Umgebung wie in der freien Natur, aber auch durch eine
belebte Straße. Weil einige Tests hier nur schwierig durchzuführen sind, wie
bsw. die ersten Begegnungen mit Joggern, Radfahrern, freilaufenden fremden
Artgenossen, werden wir diese Verhaltensbeobachtungen auch weiterhin in belebten
Wäldern am Rande einer Stadt durchführen.
Erstaunlich dabei war, dass
zwischen den in Dedelstorf und den in Hannover aufgewachsenen Elos bisher keine
deutlich erkennbaren Verhaltensunterschiede festgestellt werden konnten. Dies
weist wiederum einmal mehr darauf hin, dass die von uns gewonnenen Erkenntnisse
zutreffend sind, dass das Verhalten bei artgerechter Aufzucht und Haltung
überwiegend durch das Erbgut bestimmt wird. Dieser bereits begonnene
Verhaltensvergleich bei der Aufzucht in der Großstadt wird in sehr ruhiger,
ländlicher Umgebung, wo, wie bereits beschrieben, die Aufzucht- und
Haltensbedingungen extrem unterschiedlich sind, weiter fortgeführt. Hierbei
steht wiederum im Mittelpunkt die Fragestellung, werden die sich bereits
beschriebenen ersten Beobachtung auch bei einer größeren Anzahl von Hunden
bestätigen. Nach Anschaffung zweier Ponys haben wir auch die Möglichkeit, das
Verhalten der Elos gegenüber Pferden zu beobachten.
In
Planung
- Herausgabe des Elo-Buches Band 2 über Vererbung von
Wesensmerkmalen
- Durchführung von Seminaren für angehende Züchter und
alle an der Hundezucht interessierte Personen
Letzte Änderung:
23.09.2004
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